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Unsere gegenwärtige Wirtschaftsweise ist geprägt von Gewinnstreben, Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Individualismus und Eigennutz, Wachstumszwang, Rationalisierung und Massenproduktion. Das hat Folgen auf verschiedenen Ebene:

Ein wichtiges Prinzip dabei ist die Idee des Wachstums. Wirtschaftswachstum ist ein wesentliches Ziel staatlicher Wirtschaftspolitik. Das Wachstums- und Stabilitätsgesetz von 1967 verpflichtet alle Bundesregierungen ihre Politik an der Steigerung des BIPIndikator des Wirtschaftswachstums ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP steigt, wenn mehr Waren und Dienstleistungen produziert und konsumiert werden als im Vorjahr. auszurichten. Aktuellere Gesetze, wie das Wachstumsbeschleunigungsgesetz (2009) und der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt zeigen, dass dieses Ziel kein alter Schuh ist, sondern nach wie vor auf allen Ebenen Europas verfolgt wird.
Dabei ignoriert diese Politik alle Zweifel an der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen, welche seit Jahrzehnten von namhaften Wissenschaftlern geäußert werden. Schon 1972 hat der Club of Rome in seinem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ diese Politik kritisiert. 40 Jahre nach diesem Bericht hat der Club of Rome in einer neuen Studie seine Kritik bekräftigt und bekommt dabei Unterstützung aus zahlreichen Bereichen. Die neue Studie kritisiert außerdem, dass der Glaube an den freien Markt mittlerweile zu einer Religion in den westlichen Staaten geworden ist. Für fast alle Unternehmen bedeutet Wirtschaftswachstum die Lösung vieler Probleme. Doch ranken sich einige Mythen um den Begriff:

Was ist an Wachstum problematisch, was heißt Entwicklung? Entscheidend ist, was wächst und wohin es wächst. Wachstum an Wissen, Kunst und Können ist möglich, ohne problematisch zu werden. Wenn das Ziel von Wachstum darin besteht, noch mehr Wachstum zu ermöglichen, dann geht es nicht mehr um die Erweiterung von menschennahen Möglichkeiten, sondern um das Erfüllen einer wirtschafts-theoretischen Annahme. Die Entwicklungen, die aus so einem Wachstum entstehen sind ressourcenintensiv und verlangen Rationalisierung von Arbeit, Freizeit und Alltag. Wachstum und Entwicklung haben positive und negative Folgen. Aber ihre Dominanz als Heilmittel für gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme verhindert, dass darüber nachgedacht wird, wie wichtige Ziele erreicht werden können, ohne die Formeln: Mehr Leistung, mehr Ressourcen, mehr Druck und mehr Effektivität.

Während der Heldentage wollen wir uns folgende Fragen stellen: Wie will ich mein Leben gestalten? Was macht mich eigentlich glücklich? Lebe ich danach? Welche Bedürfnisse habe ich wirklich? Wie möchte ich meinen Kindern und Enkeln die Welt hinterlassen? Lohnen sich Müllberge? Ist Urwaldsterben effektiv? Was hat Rüstungsindustrie mit gesellschaftlichem Wachstum zu tun? Ist unser heutiges Verständnis von Wirtschaft zukunfstfähig? Wenn wir es schaffen, die richtigen Impulse zu geben, kann auch ein gesellschaftlicher Wandel stattfinden, der viele Arten von Wachstum kennt, keine Angst vor Erholungspausen hat und dabei ressourcenschonender und klimafreundlicher ist. Fangen wir an zu hinterfragen.