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Unsere gegenwärtige Wirtschaftsweise ist geprägt von Gewinnstreben, Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Individualismus und Eigennutz, Wachstumszwang, Rationalisierung und Massenproduktion. Das hat Folgen auf verschiedenen Ebene:

BESCHLEUNIGUNG des KLIMAWANDELS
Bei der Herstellung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln sowie beim Verkehr werden Treibhausgase freigesetzt. Je höher der Konsum, desto höher die Treibhausgasemission. Eine Entkopplung hat sich bisher als illusorisch herausgestellt.

VERBRAUCH von ROHSTOFFEN und RESSOURCEN
Produktion und Konsum benötigen Rohstoffe und Ressourcen. Am deutlichsten ist dies aktuell beim Öl - Erdöl steckt in fast allen Gegenständen des täglichen Bedarfs: Klamotten, Computern, Handys, Autos und auch im Obst und Gemüse durch die Transportwege. Die Bundesregierung geht derzeit davon aus, dass der peak oilmaximale Fördermenge von Öl vor 2020 erreicht wird. Immer tiefere Bohrungen um die letzten Vorkommen zu erschließen, gehen einher mit einem größeren Eingriff in das Ökosystem und sind viel kostspieliger.

VERLUST von LEBENSRAUM und ARTENVIELFALT
Klimawandel und Rohstoffgewinnung haben dazu geführt, dass die Ökosysteme der Erde bereits um 60 % degradiert sind. Pro Minute wird zum Beispiel im Amazonasgebiet Regenwald von der Größe eines Fußballfeldes gerodet, wodurch abertausende von Arten ihren Lebensraum verlieren (Quelle: Greenpeace "Urwälder und Klima").

Ein wichtiges Prinzip dabei ist die Idee des Wachstums. Wirtschaftswachstum ist ein wesentliches Ziel staatlicher Wirtschaftspolitik. Das Wachstums- und Stabilitätsgesetz von 1967 verpflichtet alle Bundesregierungen ihre Politik an der Steigerung des BIPIndikator des Wirtschaftswachstums ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP steigt, wenn mehr Waren und Dienstleistungen produziert und konsumiert werden als im Vorjahr. auszurichten. Aktuellere Gesetze, wie das Wachstumsbeschleunigungsgesetz (2009) und der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt zeigen, dass dieses Ziel kein alter Schuh ist, sondern nach wie vor auf allen Ebenen Europas verfolgt wird.
Dabei ignoriert diese Politik alle Zweifel an der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen, welche seit Jahrzehnten von namhaften Wissenschaftlern geäußert werden. Schon 1972 hat der Club of Rome in seinem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ diese Politik kritisiert. 40 Jahre nach diesem Bericht hat der Club of Rome in einer neuen Studie seine Kritik bekräftigt und bekommt dabei Unterstützung aus zahlreichen Bereichen. Die neue Studie kritisiert außerdem, dass der Glaube an den freien Markt mittlerweile zu einer Religion in den westlichen Staaten geworden ist. Für fast alle Unternehmen bedeutet Wirtschaftswachstum die Lösung vieler Probleme. Doch ranken sich einige Mythen um den Begriff:

Während der Heldentage wollen wir uns folgende Fragen stellen: Wie will ich mein Leben gestalten? Was macht mich eigentlich glücklich? Lebe ich danach? Welche Bedürfnisse habe ich wirklich? Wie möchte ich meinen Kindern und Enkeln die Welt hinterlassen? Lohnen sich Müllberge? Ist Urwaldsterben effektiv? Was hat Rüstungsindustrie mit gesellschaftlichem Wachstum zu tun? Ist unser heutiges Verständnis von Wirtschaft zukunfstfähig? Wenn wir es schaffen, die richtigen Impulse zu geben, kann auch ein gesellschaftlicher Wandel stattfinden, der viele Arten von Wachstum kennt, keine Angst vor Erholungspausen hat und dabei ressourcenschonender und klimafreundlicher ist. Fangen wir an zu hinterfragen.