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Unsere gegenwärtige Wirtschaftsweise ist geprägt von Gewinnstreben, Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Individualismus und Eigennutz, Wachstumszwang, Rationalisierung und Massenproduktion. Das hat Folgen auf verschiedenen Ebene:

KRISEN
Die Notwendigkeit über alternative Wirtschaftsformen zu diskutieren ist spätestens seit der Finanzkrise 2007 dringend. Diese wird als schwerste Krise seit der Depression 1929 beschrieben. Tatsächlich treten Krisen jedoch zyklisch auf, wie aus der Übersicht der Krisen seit den 1970er Jahren erkennbar ist: Lateinamerikakrise (1980er), Japanische Bankenkrise (1990er), Asienkrise (1997/98), Russlandkrise (1998/99), Brasilienkrise (1999), Dotcom-Krise 2000, Finanzkrise ab 2007, seit 2007 Staatsschuldenkrise. Die Auswirkungen aller Krisen sind immer global zu spüren und beschränken sich nicht auf die Regionen.
Die Finanzkrise von 2007 zeigt, dass die zunehmende Verschiebung von Vermögen aus gesellschaftlichem Besitz hinein in die virtuellen Sphären des Finanzmarktes der europäischen Volkswirtschaft den Boden entzieht. Die wirtschaftliche Existenz von Millionen Europäern ist dadurch gefährdet.

GESELLSCHAFTLICHE KOSTEN
Die Kosten der atomaren Katastrophe in Fukushima belaufen sich auf insgesamt 265 Milliarden US Dollar. Zustande kommen diese durch Entschädigungszahlungen an die betroffenen Menschen sowie durch Aufräumarbeiten. Von den gesamten Kosten übernimmt Tepco, der Konzern der Atomkraftwerke, zwischen 5-15 Milliarden US Dollar. Die restlichen Kosten werden vom Staat – das heißt dem Steuerzahler - getragen.

Ein wichtiges Prinzip dabei ist die Idee des Wachstums. Wirtschaftswachstum ist ein wesentliches Ziel staatlicher Wirtschaftspolitik. Das Wachstums- und Stabilitätsgesetz von 1967 verpflichtet alle Bundesregierungen ihre Politik an der Steigerung des BIPIndikator des Wirtschaftswachstums ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP steigt, wenn mehr Waren und Dienstleistungen produziert und konsumiert werden als im Vorjahr. auszurichten. Aktuellere Gesetze, wie das Wachstumsbeschleunigungsgesetz (2009) und der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt zeigen, dass dieses Ziel kein alter Schuh ist, sondern nach wie vor auf allen Ebenen Europas verfolgt wird.
Dabei ignoriert diese Politik alle Zweifel an der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen, welche seit Jahrzehnten von namhaften Wissenschaftlern geäußert werden. Schon 1972 hat der Club of Rome in seinem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ diese Politik kritisiert. 40 Jahre nach diesem Bericht hat der Club of Rome in einer neuen Studie seine Kritik bekräftigt und bekommt dabei Unterstützung aus zahlreichen Bereichen. Die neue Studie kritisiert außerdem, dass der Glaube an den freien Markt mittlerweile zu einer Religion in den westlichen Staaten geworden ist. Für fast alle Unternehmen bedeutet Wirtschaftswachstum die Lösung vieler Probleme. Doch ranken sich einige Mythen um den Begriff:

Während der Heldentage wollen wir uns folgende Fragen stellen: Wie will ich mein Leben gestalten? Was macht mich eigentlich glücklich? Lebe ich danach? Welche Bedürfnisse habe ich wirklich? Wie möchte ich meinen Kindern und Enkeln die Welt hinterlassen? Lohnen sich Müllberge? Ist Urwaldsterben effektiv? Was hat Rüstungsindustrie mit gesellschaftlichem Wachstum zu tun? Ist unser heutiges Verständnis von Wirtschaft zukunfstfähig? Wenn wir es schaffen, die richtigen Impulse zu geben, kann auch ein gesellschaftlicher Wandel stattfinden, der viele Arten von Wachstum kennt, keine Angst vor Erholungspausen hat und dabei ressourcenschonender und klimafreundlicher ist. Fangen wir an zu hinterfragen.